Bausparen scheint aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase hoch aktuell. Bausparen ist im Vergleich zu anderen Sparformen sehr flexibel. Besonders interessant ist dabei das antizyklische Bausparen, bei dem der Bausparvertrag zu vergleichsweise günstigen Zinsen abgeschlossen wird.
Inwieweit dieses Vorgehen sinnvoll ist und worauf Sie dabei achten müssen, erläutert dieser Beitrag zum antizyklischen Bausparen.
„Das größte Risiko einer Baufinanzierung ist die Zinsänderung nach der ersten Zinsfestschreibung“, weiß der unabhängige Baufinanzierungsexperte Thomas Bielmeier aus Landau a.d. Isar (Bayern).
Nach dem historischen Zinstief sind die Zinsen für Immobilienfinanzierungen zwar etwas gestiegen, befinden sich aber immer noch auf sehr günstigem Niveau. Da derzeit auch Kaufpreise und Herstellungskosten moderat sind, sollten Interessenten schnell zugreifen.
In diesem Zusammenhang wird immer wieder die Frage gestellt, ob sich Bausparen noch lohnt.
Beim antizyklischen Bausparen wird der Bausparvertrag in Niedrigzinszeiten – wie sie derzeit vorherrschen – abgeschlossen und bespart. Die Zuteilung erfolgt einige Jahre später, wenn die Darlehenszinsen (wahrscheinlich) wieder stark gestiegen sind. Damit ist der Bausparvertrag heute eine Versicherung gegen steigende Zinsen in der Zukunft.
Diese Bausparverträge eignen sich insbesondere zur Entschuldung höherverzinslicher Darlehen. Mit dem Bauspardarlehen sichert sich der Bausparer einen Darlehenszins ab 1,95 % nominal (effektiv ab 2,18 %) über die gesamte Laufzeit des Bauspardarlehens. Zinsschwankungen interessieren ihn dann nicht mehr.
Bauspardarlehen können zur schnelleren Entschuldung beitragen, was der persönlichen Liquidität zugute kommt.
Bausparen ist sowohl in der Anspar- als auch in der Darlehensphase ein flexibles Finanzierungselement. So kann der Bausparer die Besparung im Laufe der Ansparphase erhöhen oder verringern, wenn sich sein Sparziel verändern sollte (Zuteilung früher oder später). Bei unvorhergesehenem Finanzierungsbedarf bietet Bausparen vielfältige Möglichkeiten, angefangen von einer Vertragsteilung, um einen Teilbetrag sofort nutzen zu können, bis hin zur vorzeitigen Bereitstellung der gesamten Bausparsumme über Zwischenfinanzierung bei vorzeitigem Geldbedarf.
Auch bei den Rückführungsmöglichkeiten ist das Bauspardarlehen wesentlich flexibler als andere Finanzierungssysteme. So können jederzeit kostenfreie Sondertilgungen in beliebiger Höhe geleistet werden.
Wichtig zu wissen ist, dass es - wie bei anderen Kapitalmarktprodukten auch - gute und schlechte Bauspartarife gibt. Sie sollten sich auf alle Fälle von einem unabhängigen Finanzierungsberater einen Vergleich der Bauspartarife berechnen lassen. Dabei können mehrere tausend Euro eingespart werden.
Bleibt noch zu erwähnen, dass ein Bausparvertrag neben einem attraktiven Darlehenszins auch eine lukrative Sparrendite von deutlich über 5 % erzielen kann, sofern der Kunde für die Sparleistungen staatliche Förderungen erhält.
Auch sollte man sich die Situation bei Aufnahme eines Immobilien-Darlehens zum Vergleich vor Augen halten (Wieviel Kredit kann ich mir leisten? [PDF, 28 kb])
Fazit
Der Abschluss eines Bausparvertrages ist nach wie vor sinnvoll und gerade in Niedrigzinsphasen hoch aktuell und eine professionelle Vorgehensweise. Denn die Flexibilität eines Bausparkontos ist für Anleger und Finanzierer gleichermaßen interessant.
Thomas Bielmeier
Finanzfachwirt (FH)
Bielmeier Finanzkonzepte
Kategorien: Finanzierung, Immobilien und Geld & Steuern | 1. Oktober 2008
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